"Wer Freiheit aufgibt, um Sicherheit zu gewinnen, wird am Ende Beides verlieren!" - B.FRANKLIN
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Text - Interview mit Dr. Christoph Ahlers (Sexualpsychologe)

Gieseking: Sie gehören zu den Mitgründern des Präventionsnetzwerkes „Kein Täter werden(KTW)“ in Berlin im Jahre 2005. Inzwischen sind rund 13 Jahre vergangen und in dieser Zeit konnten neue Erkenntnis zur Pädophilie in den 11. bundesweiten Standorten gewonnen werden. Was hat sich nach Ihrer Ansicht geändert oder ist neu hinzu gekommen?

Ahlers: Zunächst einmal erachten wir den Umstand, dass das "Präventionsprojekt Dunkelfeld - kein-taeter-werden.de" (PPD-KTW), welches wir an der Berliner Charité im Jahre 2005 ins Leben gerufen haben, sich mittlerweile zu einem "Präventionsnetzwerk - Kein Täter werden (KTW)“ mit 12 Standorten im gesamten Bundesgebiet entwickelt hat, als großen Erfolg. 

Geändert hat sich ca. seit 2010, dass, aufgrund von fragwürdigen Vorlagen aus Nordamerika, "Hebephilie" analog zur "Pädophilie" als Störung der Sexualpräferenz definiert wurde. Diese Kategorisierung widerspricht der ursprünglichen klinischen Konzeption und Evidenz von Magnus Hirschfeld aus dem Jahre 1906, nach der "Hebephilie" als die sexuelle Ansprechbarkeit durch das jugendliche Stadium der körperlichen Geschlechtsreifeentwicklung definiert ist. 

Gemeint sind damit die Stadien der körperlichen Geschlechtsreifeentwicklung in der späten und nach der Pubertät, durch welche sekundäre Geschlechtsmerkmale äußerlich wahrnehmbar werden. Übersetzt in die später entstandenen Tanner-Stadien entspricht die eigentliche Konzeption der "Hebephilie" den Tanner-Stadien III - IV. 

Die sexuelle Ansprechbarkeit durch die äußerlich wahrnehmbare Entwicklung sekundärer Geschlechtsmerkmale (Figurveränderung durch Muskulatur bei Jungen und vor allem Brustentwicklung bei Mädchen etc.) ist eine sexualbiologisch programmierte und erwartbare Reaktion und entspricht damit nicht der Ausprägung einer "Störung der Sexualpräferenz." 

Ca. ab 2010 wurden, aufgrund fragwürdiger Vorlagen aus Nordamerika, im "Präventionsnetzwerke - Kein Täter werden (KTW)“ die Tanner-Stadien II + III - meines Erachtens fälschlicherweise - zusammengefasst und - ebenso unzulässig - mit dem Begriff "Hebephilie" versehen. 

Indem die Tanner-Stadien I + II die Kindheit und ggf. beginnende Frühpubertät abbilden, zählt die sexuelle Ansprechbarkeit auf diese beiden Ausprägungen zur diagnostischen Kategorie der Pädophilie und damit grundsätzlich zu den Störungen der Sexualpräferenz. Die Tanner-Stadien III + IV hingegen kennzeichnen den Status der körperlichen Geschlechtsreifeentwicklung in der späten und nach der Pubertät, durch welchen sekundäre Geschlechtsmerkmale äußerlich wahrnehmbar werden. Die sexuelle Ansprechbarkeit durch dieses Entwicklungsstadium beschreibt der Begriff "Hebephilie", der deswegen keine "Störung der Sexualpräferenz", sondern eine sexualbiologisch erwartbare Reaktion darstellt, die in allen „Naturvölkern“ den Zeitpunkt markiert, ab dem Verpartnerung und Fortpflanzung beginnt.

Durch die - in meinen Augen - diagnostische Fehlkonzeption (Zusammenfassung von Tanner II + III) unter der hierfür falschen Bezeichnung "Hebephilie", ist im "Präventionsnetzwerk - Kein Täter werden (KTW)“ eine Artfakt-Kategorie etabliert worden, die seitdem die am häufigsten vergebenen "Diagnose" darstellt. Bis ca. 2010 spielte die damals noch korrekt operationalisierte Kategorie "Hebephilie" hingegen so gut wie keine Rolle. 

Diese Veränderung stellt meines Erachtens eine Problematik für die resultierenden Ergebnisdaten des Gesamtprojektes dar, weil nicht mehr ersichtlich ist, welche Person eine Ansprechbarkeit für Tanner II hat (Pädophilie / Störung der Sexualpräferenz) und welche Person hingegen auf Tanner III reagiert, was zur Kategorie der Hebephilie zählte und damit keine krankheitswertige Ausprägung der Sexualpräferenz darstellt.

 

Gieseking: 2008 haben Sie Ihre Praxis für Paarberatung und Sexualtherapie und 2010, gemeinsam mit Ihrem Kollegen Gerard A. Schaefer, das Institut für Sexualpsychologie in Berlin gegründet. Ihr Klientel besteht demnach nicht mehr nur aus Pädophilen, sondern auch aus Menschen mit einer anderen sexuellen Identität/Präferenz. Mit welchem Therapiekonzept bieten Sie auch heute noch den Pädophilen Hilfestellungen an?

Ahlers: Unsere Patienten bestanden niemals nur aus Pädophilen, sondern wir haben, auch schon an der Charité, das gesamte Spektrum sexueller Störungen untersucht und behandelt. Unsere Therapiekonzept entspricht unverändert dem, welches wir im Rahmen der Gründung des "Präventionsprojekt Dunkelfeld - kein-taeter-werden.de" (PPD-KTW) mit entwickelt haben. 

Hebephilie (in der korrekten diagnostischen Operationalisierung) ist demnach für uns unverändert keine Störung der Sexualpräferenz (siehe oben).

 

Gieseking: Im Jahre 2014 wurden Sie von Günter Jauch in seine Talkshow bei der ARD eingeladen. Der Anlass der Talkrunde war der Fall Sebastian Edathy. Waren Sie zuvor oder danach auch noch bei anderen Talkshows oder haben auf Veranstaltungen zum Thema der Pädophilie referiert?

Ahlers: Ich habe mich seit 2005 in ca. 100 Medienbeiträgen zum Thema Pädophilie geäußert und auf vielen wissenschaftlichen Veranstaltungen zum Thema referiert (siehe www.sexualtherapie-berlin.de).  

 

Gieseking: Im Jahre 2015 ist im Goldmann-Verlag ein Buch von Ihnen mit dem Titel „Himmel auf Erden & Hölle im Kopf -was Sexualität für uns bedeutet-“ erschienen. In diesem Buch gehen Sie u.a. auch auf die Pädophilie-Thematik ein. Welchen Stellenwert haben die Pädophilen in Ihrem Buch und heute überhaupt noch in Ihrer Praxis?

Ahlers: Pädophilie bildet in unserer diagnostischen und therapeutischen Arbeit, genau wie in meinem Buch, eine Indikation im gesamten Spektrum sexueller Störungen. Nicht weniger und auch nicht mehr.

 

Gieseking: Erklären Sie uns bitte die folgenden Zitate aus Ihrem Buch mit einfachen Worten: "Die Pädophilen sind die psychohygienische Bad-Bank für die sozialen und emotionalen Fürsorgeschulden bei den vernachlässigten und verwahrlosten Kindern unserer Gesellschaft". 

Ahlers: Das Zitat stammt aus dem Kontext der gesellschaftspolitischen Relexion der Pädophilie in meinem Buch und beschreibt, dass die Problematik des sexuellen Kindesmissbrauch in der Mitte der Gesamtgesellschaft angesiedelt ist, weil (nach bisheriger Datenlage) die Mehrzahl dieser Straftaten von (nicht-pädophilen) Ersatzhandlungstätern begangenen werden.  

Weil diese Tatsache für die Gesellschaft schwer auszuhalten ist, wird die Problematik im öffentlichen Diskurs auf die vermeintlich klar umrissene Randgruppe der Pädophilen projiziert und damit aus der gesamtgesellschaftlichen Verantwortung auf eine stigmatisierte Personengruppe verschoben.

 

Gieseking:  Die sogenannten Mainstream-Medien berichten schon seit vielen Jahren völlig undifferenziert bis hetzerisch. Mit wenigen Ausnahmen werden von den Journalisten/Reportern „Kinderschänder“ in einen Topf mit den Pädophilen geworfen, die bisher noch keine Straftaten begangen haben. Was müsste sich nach Ihrer Ansicht ändern und welche sozialen Folgen haben solche reißerischen Schlagzeilen bei Pädophilen?

Ahlers: Das Ausmaß der Differenzierung zwischen Pädophilie und sexuellem Kindesmissbrauch, welches wir in der medialen Berichterstattung und im gesellschaftlichen Diskurs seit der Gründung des "Präventionsprojekt Dunkelfeld - kein-taeter-werden.de" (PPD-KTW) erreicht haben, ist ausgesprochen hoch und in dieser Form vorher ungekannt gewesen (vgl. Medienspiegel). Auch das ist ein großer Erfolg. 

Dass populistische Entdifferenzierung und diffamierende Diskriminierung das Produkt vieler Boulevard-Medien ist, können wir nicht beeinflussen und wohl nur schwer verändern.

 

Gieseking: Pädophile werden oft gesellschaftlich ausgegrenzt und verfallen in Isolation & Einsamkeit. Dies führt oftmals zu Depressionen & Leidensdruck. Das latente Risiko eines gewalttätigen sexuellen Übergriffes auf Kinder steigt. Was müsste sich gesellschaftlich, medial und politisch verändern, damit auch Pädophile ein lebenswertes Leben führen können?

Ahlers: Der Geist des "Präventionsprojektes Dunkelfeld - kein-taeter-werden.de" (PPD-KTW) müsste zum gesellschaftlichen Modell werden. Betroffene müssen moralisch entlastet und ethisch verpflichtet werden: "Keiner ist schuld an seinen sexuellen Wünschen und Neigungen und jeder ist verantwortlich für sein sexuelles Verhalten!" 

Jeder kann sich entscheiden, kein Täter zu werden. Und derjenige, der das schafft, egal ob mit oder ohne pädophiler Sexualpräferenz, verdient Anerkennung, Wertschätzung, Respekt und Integration.

 

Gieseking: Die Pädophilie gehört zu den letzten TABU-Themen der heutigen Zeit. Der Kinder- und Opferschutz bestimmt die öffentliche Diskussion und politische Debatte. Welche Zukunftsperspektiven stehen Sie für die Pädophilen und kann dieses TABU gebrochen werden?

Ahlers: Siehe Antwort oben.

Gieseking: Ich bedanke mich für das Interview! 

 

Zur Person:

Dr. Christoph Joseph Ahlers ist Sexualwissenschaftler und Klinischer Sexual­psychologe. Seit zwanzig Jahren hat er an der Berliner Charité und in seiner eigenen Praxis für Paarberatung und Sexualtherapie am Institut für Sexualpsychologie hunderte Einzelpersonen und Paare untersucht, beraten und behandelt. Er ist Gastwissenschaftler und Lehrbeauftragter für Sexualwissenschaft an der Berliner Charité, Lehrtherapeut und Supervisor für Klinische Sexualpsychologie sowie Autor zahlreicher wissenschaftlicher und medialer Publikationen. 


Zum News gelangen Sie über den folgenden Link;

http://krumme13.org/news.php?s=read&id=3757

(Ersteinstellung am 9. Dezember 2018)

geschrieben am 05.01.2019
gelesen 529
Autor K13online
Seiten: 1
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