Interview mit dem bekennenden P├Ądophilen Georg

K13online: Der Reporter Manuel Möglich hatte mit Dir für seine ARD-Reportage „Unter Pädophilen“ ein Interview geführt. In dem Sendebeitrag bist Du klar erkennbar und trittst offen als Pädophiler auf. Erzähle uns doch etwas darüber, wie es zu diesem Interview gekommen ist und welchen Eindruck Manuel Möglich und das Kamerateam bei Dir hinlassen hat?

Georg: Ich wünsche mir, dass die Öffentlichkeit uns pädophil Empfindende einfach als Menschen akzeptiert und das beständige Bild eines Missbrauchstäters dorthin schiebt wo tatsächlicher Missbrauch stattfindet. Viele Ängste vor uns beruhen doch auf Unwissenheit. Diese Unwissenheit möchte ich ein wenig abbauen, dem immer noch weit verbreiteten Mythos „Pädophilie“ ein alltägliches Gesicht geben.

K13online: Erstmals hat sich ein Moderatorenmitglied des Projektes „Schicksal und Herausforderung(SuH)“ in einem TV-Betrag erkennbar öffentlich geoutet. Bisher gab es immer nur verpixelte Aufnahmen von SuH/GSA-Mitgliedern oder KTW-Therapie-Teilnehmern mit verstellter Stimme. Wie hat die Pädophilenszene auf Dein öffentliches Outing reagiert?

Georg: Ich bin persönlich Betroffener. Ich bin pädophil und hatte persönlich unter der Stigmatisierung zu leiden. Die Arbeit bei SuH/GSA ist nur ein Teil meiner Arbeit und hat nichts mit meinen Auftritten zu tun. Erste Kontakte zu verschiedenen Medien baute ich zu einer Zeit auf, in der ich mich selbst mit meiner Neigung akzeptieren lernte und mich werder vor mir selbst noch vor der Öffentlichkeit verstecken wollte. In der „Pädophilenszene“ kenne ich mich, ehrlich gesagt, gar nicht so genau aus. Ich weiß, dass ich aufgrund meiner persönlichen Ansichten nicht überall beliebt bin. Es geht mir aber nicht darum beliebt zu sein, sondern ich möchte versuchen etwas an Zuständen zu ändern die mich persönlich betrafen und betreffen. Reaktionen? Am häufigsten stieß ich auf: „Du bist verrückt.

K13online: Die Reportage wurde in der ARD bundesweit ausgestrahlt und ist dauerhaft auch als Video im YouTube-Kanal von „Y-Kollektiv“ weltweit verfügbar. Welche negativen und positiven Reaktionen gab es bei Deiner Familie, Freunde und in Deinem persönlichen sozialen Umfeld?

Georg: Ich bin kein „Massenmensch.“ Die Menschen in meinem näheren Umfeld kennen meine „Verrücktheiten.“ Wenn mich verbale negative Reaktionen aus der Bahn werfen würden, sollte ich meine Sachen einpacken. Es gab bisher aber überwiegend positive.

K13online: Du hattest gegenüber Deinem Arbeitgeber die Pädophilie-Reportage mit Deiner Mitwirkung angekündigt. Wie hat Dein Arbeitgeber & Arbeitskollegen nach der Ausstrahlung reagiert?

Georg: Der „Arbeitgeber“ ist eine Hierarchie. Informiert waren vor der Sendung die unteren zwei Ebnen die meine Entscheidung akzeptierten. Nach der Sendung deckten andere Ebnen mein Handeln gegenüber Mitarbeitern die Fragen hatten. Ich hoffe immer noch, dass diese Mitarbeiter mich persönlich ansprechen. Das Alltagsleben hat sich nach der Sendung nicht verändert.

K13online: Die ARD hatte vorsorglich und nach Rücksprache mit Manuel Möglich und Deiner Person die örtliche Polizei über Dein Outing im TV informiert. Auf welche Art und Weise wurdest nach der Reportage vor möglichen Angriffen des Mobs geschützt und bist Du mit diesen Vorsorgemaßnahmen zufrieden?

Georg: Ich hatte auch selbst mit dieser Dienststelle gesprochen. Sie fuhr dann verstärkt Streife in meinem Wohngebiet, zeigte Präsenz. Die zuständige Kripo rief bei mir an und gab noch ein paar Sicherheitstipps. Ich fand dieses (abgesprochene) Vorgehen ausreichend.

K13online: Im heutigen Anti-Pädophilen-Zeitgeist ist ein öffentliches Outing als erkennbarer Pädophiler im Fernsehen mit einem hohen Existenzrisiko verbunden. Würdest Du auch anderen Pädophilen dazu raten und hältst Du es für sehr wichtig, wenn noch mehr Pädophile sich auf diese oder andere Weise öffentlich zu ihrer pädophilen Identität bekennen?

Georg: Ich wünschte mir mehr Gesichter. Mir ist aber vollkommen klar, dass solche Auftritte gut durchdacht sein wollen. Aufgrund meiner Wohnsituation und meines Alters meinte ich mir dieses leisten zu können. Die Reaktionen zeigten die Wichtigkeit dieser Offenheit. Eine Empfehlung dazu darf ich jedoch aus Sicherheitsgründen nicht aussprechen. Niemand darf leichtsinnig seine Existenz aufs Spiel setzen. Doch jeder Einzelne kann sich anonym zu Wort melden. In den Medien oder in Kommentaren. Wir müssen der Öffentlichkeit zeigen: Wir sind Pädo-Viele.

K13online: Wir danken für das Interview und wünschen Dir für die Zukunft alles Beste!!!


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geschrieben von K13online am 25.06.2018 - ID: 1442 - 567 mal gelesen Drucken

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